Rund 4.000 Stromunfälle ereignen sich jedes Jahr bei Mitgliedsbetrieben der BG ETEM. Das will die Berufsgenossenschaft zusammen mit dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) ändern. Am 12. Februar schließen beide auf der Messe elektrotechnik in Dortmund eine Branchenvereinbarung. Im Mittelpunkt stehen die fünf Sicherheitsregeln für Arbeiten im spannungsfreien Zustand. Sie müssen vollständig eingehalten werden. „Eine gute Grundlage, um für die fünf Sicherheitsregeln noch stärker zu sensibilisieren“, sagt Jörg Botti, Hauptgeschäftsführer der BG ETEM. ZVEH-Vizepräsident und BG-ETEM-Vorstandsmitglied Martin Böhm betont: „Die fünf Sicherheitsregeln schützen Menschen und ihre Einhaltung erhöht die Arbeitsqualität.“

Unterstützung durch künstliche Intelligenz
Jede Woche bearbeitet die BG ETEM rund 2.000 Gewerbemeldungen. Ab März werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eine neue KI-Anwendung unterstützt. Sie soll Abläufe beschleunigen und Beschäftigte bei administrativen Routineaufgaben entlasten. „Die neue KI-Anwendung zur Verarbeitung von Gewerbemeldungen ist ein wichtiger Schritt hin zu einer digitalen und zukunftsfähigen Verwaltung“, sagt Jörg Botti, Hauptgeschäftsführer der BG ETEM. „Zugleich werden Beschäftigte entlastet. So bleibt mehr Zeit für komplexe und individuelle Aufgaben.“ Die automatisierten Abläufe verkürzen die Bearbeitungszeit. Gleichzeitig erhöhen sie die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Verarbeitung.
Einfache Gefährdungsbeurteilung mit App
Für kleine Betriebe können Arbeitsunfälle existenzgefährdend sein. Zum Beispiel, wenn Aufträge liegen bleiben, weil eine Arbeitskraft ausfällt. Eine wichtige Grundlage für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit ist die Gefährdungsbeurteilung, bei der mögliche Gefährdungen ermittelt und passende Schutzmaßnahmen festgelegt werden. Für einen leichten Einstieg bietet die BG ETEM ab April eine App speziell für Kleinstbetriebe mit niedrigem Gefährdungspotenzial an. „Das Angebot richtet sich zum Beispiel an Augenoptik- und Hörakustik-Betriebe, Änderungsschneidereien oder Copyshops“, sagt Frank Göller, Präventionsleiter der BG ETEM. Die Anwendung führt die Anwender im Stil eines Fragebogens Schritt für Schritt durch die Gefährdungsbeurteilung. Die App ist auf dem Handy und dem Computer nutzbar. Gemeinsam mit Hans-Peter Kern (Versichertenseite) wechselt sich Franz Donner im Vorsitz des Vorstands im jährlichen Turnus ab.

Neues Serviceportal der BG ETEM startet
Am 16. April 2025 startet „Meine BG ETEM“, das verbesserte Digitalangebot für die Mitgliedsunternehmen der BG ETEM . Betriebe können wichtige Informationen wie Unfallmeldungen oder Änderungsmitteilungen bequem online übermitteln, Bescheinigungen anfordern sowie Unternehmensdaten einsehen und ändern. Der Übergang ist ganz einfach: Wer bereits im bisherigen Extranet angemeldet war, kann sich im neuen Serviceportal direkt mit seinen bekannten Zugangsdaten einloggen.
Hier finden Sie das neue Serviceportal für Mitgliedsunternehmen: Meine BG ETEM
Mitgliedsbetriebe werden entlastet
Mit den Mitgliedsbeiträgen der Unternehmen werden die Ausgaben der BG ETEM aus dem zurückliegenden Kalenderjahr gedeckt. In seiner Sitzung am 14. Mai senkt der Vorstand der BG ETEM den Beitragsfuß von 2,82 auf 2,80. Damit sinkt der durchschnittliche Beitrag der Betriebe von 78 auf 77 Cent je 100 Euro Lohnsumme. „Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen ist die finanzielle Entlastung ein gutes Signal an unsere Mitgliedsunternehmen. Unser Ziel sind langfristig stabile Beiträge“, sagt Franz Donner, Vorstandsvorsitzender der BG ETEM. „Guter Arbeitsschutz in den Betrieben zahlt sich aus, auch finanziell“, ergänzt Hans-Peter Kern, alternierender Vorstandsvorsitzender.

Preis für vorbildliches soziales Engagement
Die Werma Signaltechnik GmbH + Co. KG erhält den Rehabilitationspreis der BG ETEM. Die Auszeichnung würdigt das vorbildliche Engagement des Unternehmens bei der Wiedereingliederung einer Beschäftigten nach einem schweren Wegeunfall. Jobst Kleineberg, Vorsitzender der Vertreterversammlung der BG ETEM, übergibt den mit 5.000 Euro dotierten Preis am 28. Mai in Dresden. Der Rehabilitationspreis wird alle zwei Jahre verliehen. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die Menschen nach einer Berufskrankheit oder einem Arbeits- beziehungsweise Wegeunfall besonders gut bei der Rückkehr ins Arbeitsleben unterstützen.
Nexus bringt Tempo in digitale Lösungen
Geringere Kosten, höhere Qualität und schneller verfügbare IT-Dienstleistungen: Das ist das Ziel einer neuen Kooperation von sieben Berufsgenossenschaften und einer Unfallkasse. So viele Träger der gesetzlichen Unfallversicherung haben ihre IT-Zusammenarbeit bislang noch nicht unter einem gemeinsamen Dach gebündelt. Eine starke Grundlage, um Entwicklungen gemeinsam voranzubringen und Ressourcen besser zu nutzen. Am 10. September bekommt die neue Kooperation den Namen UV Nexus. Ein zentraler Ansatz von Nexus ist, von den Bedürfnissen und Erwartungen der Versicherten her zu denken: „Deswegen legen wir einen klaren Schwerpunkt auf Automatisierung“, erklärt Jörg Botti, Hauptgeschäftsführer der BG ETEM, „das schafft Kapazitäten für die Tätigkeiten, die wir nicht digitalisieren können.“

Ein Meilenstein des Arbeitsschutzes wird 100
Seit 100 Jahren entschädigt die gesetzliche Unfallversicherung neben Arbeitsunfällen auch Berufskrankheiten. Die erste Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) von 1925 umfasste zunächst elf Erkrankungen, darunter Erkrankungen durch Blei oder den Grauen Star der Glasmacher. Heute stehen 85 Erkrankungen auf der Berufskrankheitenliste. Zum 100-jährigen Bestehen der BKV findet am 21. Oktober 2025 in Berlin ein Festakt statt. Mit dabei: Alexandra Centmayer, Leiterin der Gesundheitsvorsorge bei der BG ETEM in Augsburg. Sie informiert auf der Veranstaltung über das Thema Asbest und die gefährliche Wirkung von Asbestfasern auf die Lunge. Ein besonderer Blickfang ist dabei ein großer Asbest-Stein in einem Glaskasten, der das komplexe Thema anschaulich macht.
Individuelles Lernangebot ein voller Erfolg
Seit 2024 können Mitgliedsunternehmen der BG ETEM das E-Learning-Portal nutzen. Im öffentlichen Bereich stehen alle Lernmodule frei zur Verfügung. Unternehmen können auch einen eigenen, geschützten Bereich anlegen: Dort können sie Beschäftigte anlegen, Schulungen zuweisen und per E-Mail einladen. Teilnahme und Lernerfolg werden so nachvollziehbar dokumentiert. Die Resonanz ist groß: Im November 2025 nutzen schon über 1.000 Unternehmen die Möglichkeit, Wissen zu sicherem und gesundem Arbeiten digital zu vermitteln.

BG ETEM beschließt Haushalt für 2026
Die Vertreterversammlung der BG ETEM beschließt am 18. Dezember in Köln den Haushaltsplan für 2026. Die BG ETEM rechnet mit Ausgaben von 1,743 Milliarden Euro. Das sind 2,4 Prozent mehr als 2025. „Finanzielle Stabilität ist unser langfristiges Ziel“, sagt Jörg Botti, Hauptgeschäftsführer der BG ETEM. Möglich werde diese vor allem durch sinkende Unfallzahlen.

„Unternehmen profitieren doppelt von guter Prävention. Sie zahlen weniger für die Unfallversicherung und profitieren von geringeren Kosten durch Personalausfälle.“
Jörg Botti, Hauptgeschäftsführer der BG ETEM
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