Die BG ETEM hält die Beiträge stabil niedrig. Der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag sank für das Jahr 2025 erneut – auf 74,6 Cent je 100 Euro Lohnsumme. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 2 Prozent. Damit werden die Mitgliedsbetriebe der BG ETEM angesichts der andauernden wirtschaftlichen Herausforderungen weiter finanziell entlastet.

Arbeits- und Wegeunfälle

2025 ist die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle erneut deutlich gesunken, und zwar um 1.792 Fälle oder 3,8 Prozent. Mit 45.938 ist die Zahl so niedrig wie noch nie in der Geschichte der BG ETEM. Sie unterbietet damit den bisherigen Tiefstand aus dem Vorjahr noch einmal deutlich. Die gemeinsamen Präventionsanstrengungen der Mitgliedsbetriebe und der BG ETEM zeigen sich damit eindrucksvoll in den Unfallzahlen. Bedauerlich ist allerdings, dass die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle gestiegen ist. Sie erhöhte sich um sechs Fälle auf insgesamt 28.

Die Zahl der Wegeunfälle sank 2025 leicht um 75 Fälle beziehungsweise 0,6 Prozent. Mit 11.900 Wegeunfällen liegt sie nun das zweite Jahr in Folge wieder unter der Marke von 12.000. Die Zahl der Wegeunfälle pro 1.000 Versicherungsverhältnisse sank deutlicher um 3,4 Prozent. Die Zahl der Wegeunfälle bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 2,5 unver­ändert.

Bei den tödlichen Wegeunfällen gab es dagegen leider einen deutlichen Anstieg. Insgesamt starben 25 Versicherte bei einem Wegeunfall. Das waren acht Personen beziehungsweise 47,1 Prozent mehr als im Jahr davor.

Berufskrankheiten

Die Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit sind im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent auf 6.796 Fälle zurückgegangen. Allerdings enthalten die Werte für 2025 erstmals keine Meldungen der nachgehenden Gesundheitsvorsorge (GVS) mehr, während diese in den Vorjahren noch berücksichtigt wurden. Ein direkter Vergleich mit dem Vorjahreswert ist daher nur eingeschränkt möglich.

Wie in den Vorjahren wurde Lärmschwerhörigkeit am häufigsten angezeigt – mit 1.815 Fällen etwas mehr als 2024. An zweiter Stelle folgen Hauterkrankungen mit 926 Fällen, ein leichter Rückgang. Bemerkenswert hoch bleibt das Aufkommen an asbestbedingten Erkrankungen: 2025 wurden insgesamt 938 Verdachtsanzeigen auf eine asbestbedingte Berufskrankheit gestellt – 410 Fälle von Asbestose (BK 4103), 390 Fälle von asbestbedingtem Lungen-, Kehlkopf- oder Eierstockkrebs (BK 4104) und 138 Mesotheliom-Erkrankungen (BK 4105). Die Zahl der tödlich verlaufenen Asbest-Berufskrankheiten stieg um 20,6 Prozent von 141 auf 170 Fälle. Auch Jahrzehnte nach dem Verbot des Materials sind die gesundheitlichen Folgen einer Asbestexposition damit noch immer gegenwärtig. 

Versicherungsrechtlich entschieden wurden 2025 insgesamt 7.591 Verdachtsfälle. Davon bestätigte sich der Verdacht bei 3.125 Fällen, während er sich bei 4.466 Fällen nicht bestätigte.  In 1.171 Fällen wurde erstmalig eine Maßnahme nach § 3 Berufskrankheiten-Verordnung gewährt. Eine Rente bekamen 433 Versicherte zugesprochen.

Betriebe und Versicherte

Die Zahl der beitragspflichtigen Mitgliedsbetriebe der BG ETEM hat 2025 deutlich zugenommen – um 11.666 auf jetzt 241.436, ein Zuwachs von 5,1 Prozent. Auch die Zahl der Versicherungsverhältnisse ist gestiegen: Sie erhöhte sich auf 4.261.501, das sind 101.511 oder 2,4 Prozent mehr als noch im Jahr 2024. Die Lohn- und Gehaltssumme der Mitgliedsbetriebe wuchs auf 167,5 Milliarden Euro – das bedeutet ein deutliches Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Haushalt

Die Vertreterversammlung beschloss im Dezember 2025 in Köln den Haushalt für das Jahr 2026. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die  BG ETEM mit Ausgaben in Höhe von 1,743 Milliarden Euro. Das sind 2,4 Prozent mehr als 2025. Für die Rehabilitation und die Entschädigung von Verletzten und Erkrankten nach Arbeitsunfällen, Unfällen auf dem Arbeitsweg und bei Berufskrankheiten sind insgesamt 1,121 Milliarden Euro veranschlagt. Davon sind allein 642 Millionen Euro für die Zahlung von Renten und Abfindungen vorgesehen. Rentenzahlungen stellen damit die größte Einzelposition im Haushalt dar. Weitere 179 Millionen Euro investiert die  BG ETEM in Prävention.

Wirtschaftlich kam Deutschland 2025 kaum voran. Das Bruttoinlandsprodukt stieg nur um 0,2 Prozent. Damit blieb die Erholung schwach. Hohe Energiepreise, schwache Auslandsnachfrage und Unsicherheit im Welthandel belasteten viele ­Betriebe. Die Industrieproduktion lag um 1,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, der vierte Rückgang in Folge. Auch die privaten Haushalte gaben ihr Geld zurückhaltend aus, trotz niedrigerer Inflation. Dennoch verbesserte sich die Stimmung gegen Ende des Jahres und einige Wirtschaftsverbände blickten wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft:

Motor der Mondmission


Made in Germany auf dem Weg zum Mond: Am 1. April 2026 hob Artemis II vom Kennedy Space Center in Florida, USA, ab und brachte erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen in Richtung Mond. Angetrieben und versorgt wurde die Orion-Kapsel auf ihrer zehntägigen Reise vom European Service Module – gebaut von Airbus in Bremen. Mit 33 Triebwerken, vier Solarauslegern und Systemen für Sauerstoff, Wasser und Temperaturregelung ist das Modul das technische Herzstück der Mission.


Wärme im Winter


Der erste Erdbeckenspeicher Deutschlands soll in Schleswig-Holstein Haushalte mit Fernwärme versorgen. Dafür wird eine große Grube abgedichtet, mit Wasser gefüllt und auf 70 bis 95 Grad Celsius erhitzt. Ein gedämmtes Deckelsystem hält die Wärme im Speicher. Im Sommer fließen Industrieabwärme und Solarenergie in den Speicher. Im Winter gelangt die Wärme über Pumpen und ein gut isoliertes Fernwärmenetz zu den Gebäuden. So lassen sich Erzeugung und Verbrauch zeitlich trennen. Erneuerbare Wärme kann über Monate genutzt werden.


Doubles aus Daten


Digitale Doubles aus Babelsberg: Im volumetrischen Studio von Volucap in Potsdam werden reale Menschen und ihre Bewegungen dreidimensional aufgenommen. Aus den Aufnahmen entstehen digitale 3D-Modelle, die sich später in Filmproduktionen einsetzen lassen – etwa als Statisten oder für virtuelle Szenen. Die Technik erfasst Körper, Kleidung und Bewegungen zugleich. Anders als beim Motion Capture braucht es dafür keine Spezialanzüge mit Markern. Die Personen können vor der Kamera arbeiten wie an einem normalen Filmset.


Recycling statt Restmüll


Alte Schuhe können in ihre Bestandteile zerlegt und als Rohstoffe weitergenutzt werden. Aus Kunststoff, Gummi, Textil und Schaumstoff entstehen Granulate für neue Produkte. Für die deutsche Textilindustrie wird Recycling künftig noch wichtiger: Seit dem 1. Januar 2025 dürfen Alttextilien, Heimtextilien und Schuhe nicht mehr einfach im Restmüll landen. Kommunen und Entsorger müssen eigene Sammelstrukturen bereitstellen. So bleiben mehr Materialien im Kreislauf und die Recyclingquoten steigen.

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW)

Der Energieverbrauch in Deutschland blieb 2025 nahezu unverändert. Kühleres Wetter ließ den Bedarf an Gas und Fernwärme steigen, gleichzeitig dämpften Konjunktur und Kalendereffekte den Verbrauch. Der Stromverbrauch ging leicht zurück. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch erreichte 56 Prozent.

Deutschland blieb 2025 zum dritten Mal in Folge Netto-Importeur von Strom. Der Importüberschuss ging aber im vergangenen Jahr deutlich zurück. Auch die Elektromobilität entwickelte sich weiter: Im Oktober 2025 standen mehr als 190.000 Ladepunkte mit 9 Gigawatt Ladeleistung zur Verfügung. Besonders stark wuchs der Bereich der Ultra-Schnelllader. Zugleich wurden erstmals mehr als zwei Drittel der Wohnungen im Neubau mit Elektro-Wärmepumpe geplant.

Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V. (textil+mode)

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie blieb 2025 unter Druck. Umsatz, Beschäftigung, Produktion und Außenhandel gingen zurück. Nur der Einzelhandel verzeichnete ein leichtes Plus.

Die deutsche Textil- und Modeindustrie verlor 2025 2,6 Prozent Umsatz. Damit war es das zweite Jahr in Folge mit rückläufigen Umsätzen in beiden Segmenten. Besonders stark traf es die Textilindustrie: Dort gingen die Umsätze um 3,2 Prozent zurück. Ein Grund dafür ist auch die deutlich gesunkene Zahl der Textilbetriebe in Deutschland. Die Modeindustrie entwickelte sich etwas weniger schwach. Sie verzeichnete ein Umsatzminus von 1,8 Prozent.  Die Zahl der Beschäftigten sank um 4,6 Prozent, die geleisteten Arbeitsstunden um 5,4 Prozent.

Deutscher Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik e. V. (SPECTARIS)

Die von SPECTARIS vertretenen Hightech-Branchen entwickelten sich 2025 robuster als viele klassische Industriebereiche. Medizintechnik, Photonik, Analysen-, Bio- und Labortechnik sowie Consumer Optics profitierten vor allem von der Nachfrage aus dem Ausland. Das schwache Inlandsgeschäft, hohe Kosten und bürokratische Belastungen bremsten die Entwicklung dagegen weiter.

Die Medizintechnik blieb die größte Sparte und steigerte ihren Umsatz um rund 3,0 Prozent auf 42,6 Milliarden Euro. Auch die Augenoptik entwickelte sich positiv. Der Umsatz überschritt 2025 erstmals die Marke von 5 Milliarden Euro. In der Analysen-, Bio- und Labortechnik blieb der Umsatz mit 11,2 Milliarden Euro weitgehend stabil.

Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e. V. (Gesamtmetall)

Die Metall- und Elektro-Industrie verzeichnete 2025 erneut einen Produktionsrückgang. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sank die Produktion gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent. Bereits 2024 hatte die größte Industriebranche Deutschlands mit rund 25.000 Betrieben und 3,8 Millionen Beschäftigten ein Minus von 6,5 Prozent verzeichnet. Ende 2025 lag die Produktion rund 13 Prozent unter dem Niveau von 2018.

Auch der Absatz blieb rückläufig. Er lag 0,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Sowohl im Inland als auch im Ausland gingen die Verkäufe zurück. Die Lage der Metall- und Elektro-Industrie blieb schwierig. Der Rückgang fiel zwar weniger stark aus als 2024, die ungünstigen Rahmenbedingungen belasteten die Betriebe aber weiter.

Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

Die E-Handwerke verzeichneten 2025 einen leichten Umsatzrückgang. Nach vorläufigen Zahlen sank der Umsatz um 0,3 Prozent auf 88,2 Milliarden Euro. Besonders die Informationstechnik war betroffen. Dort gingen die Umsätze um 2,8 Prozent zurück. Im Bereich Elektrotechnik fiel das Minus mit 0,1 Prozent deutlich geringer aus. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm ab. Sie sank um 1,2 Prozent auf 451.050. Neben der schwachen Konjunktur wirkte sich hier der demografische Wandel aus.

Die Zahl der Betriebe entwickelte sich dagegen leicht positiv. Sie stieg um 0,5 Prozent auf 49.113. Das Wachstum kam dabei allein aus dem Bereich Elektrotechnik.

Verband der Elektro- und Digital­industrie e. V. (ZVEI)

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie entwickelte sich 2025 uneinheitlich. Die Auftragseingänge stiegen im Gesamtjahr um 6 Prozent. Die Impulse kamen vor allem aus dem Ausland: Die Auslandsbestellungen legten um 10,2 Prozent zu, die Inlandsaufträge nur um 0,8 Prozent. Die reale Produktion blieb 2025 dagegen leicht rückläufig und sank um 0,4 Prozent. Der Branchenumsatz stieg auf 224,5 Milliarden Euro und lag damit 2 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch hier trug vor allem das Auslandsgeschäft zum Wachstum bei. Das Inlandsgeschäft bewegte sich mit 105,4 Milliarden Euro nahezu seitwärts.

Insgesamt stabilisierte sich die Branche 2025 etwas. Für eine breite Erholung reichte das aber noch nicht.

Bundesverband Druck und Medien e. V. (bvdm)

Die Lage der Druckindustrie blieb 2025 angespannt. Nach zwei Rezessionsjahren wuchs die deutsche Wirtschaft zwar wieder leicht, der erhoffte Aufschwung blieb für die Branche aber aus. Schwache Binnennachfrage, hohe Kosten und die Nachwirkungen der Energiekrise belasteten die Betriebe weiter.

Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank 2025 um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit lag er im Schnitt rund 28 Prozent unter dem Niveau von 2021. Insgesamt fiel der Rückgang aber weniger stark aus als in den Vorjahren. Der Abschwung verlor damit an Tempo. Auch Beschäftigung und Betriebszahlen gingen weiter zurück. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete 2025 ein Minus von 4,7 Prozent bei den Betrieben und 4,5 Prozent bei den Beschäftigten.